Praktische Tipps von Rosenexperten Heiko Hübscher

Bild: Heiko Hübscher,
Rosengarten Zweibrücken

Liebe Rosenfreundinnen,
liebe Rosenfreunde,

genießen Sie die herrliche Rosenpracht. 

Ihr 

Heiko Hübscher
Rosengarten Zweibrücken

Wie jedes Jahr sollten die Pflegemaßnahmen auch in den Monaten ab August nicht ruhen. Am wichtigsten ist es, bei öfterblühenden Sorten Verblühtes stets zurückzuschneiden und bei der Pflanzenhygiene wachsam zu bleiben.

Auch wenn es in diesem Sommer bisher nicht ganz so trocken war wie in den beiden vorangegangenen Jahren, kann sich vielerorts durchaus die Frage nach der Bewässerung stellen, denn noch immer sind die Wasserreservoirs in unseren Böden nicht so aufgefüllt, wie sie das optimalerweise sein sollten.

Ein Interview, das ich in der „Gartenpraxis“ in diesem Frühjahr gegeben hatte, schlug bei dieser Thematik einige Wellen, und auch wenn meine Empfehlungen eindeutig waren, bringe ich sie hier nochmals an: 

Es trifft zu, dass wir in Zweibrücken die Rosen im Frühjahr beregnen. In der Phase zwischen dem Rückschnitt im Frühling und während die jungen Triebe sich entwickeln bzw. das Laub noch nicht ganz entfaltet ist, schadet eine Überkopfberegnung unserer Erfahrung nach nicht. Durch diese Art, im April zu wässern, wenn es nicht ausreichend regnet, geben wir den Pflanzen auf unkomplizierte Weise Wasser, das sie gerade dann dringend brauchen.

Sobald das Laub entfaltet ist, beregnen wir die Rosen nicht mehr von oben, sondern wässern direkt am Boden. Es ist klar, dass ein Wasserfilm auf den Blättern Pilzbefall Vorschub leistet und man riskiert die Gesundheit der Pflanzen durch Benetzen des Laubes.

Alte Rosen im Sommer

Ab Hochsommer treiben die einmalblühenden Alten bzw. Historischen Rosen ihre meist unverzweigten, jungen, aber in dieser Saison blütenlose, Triebe. Dieser jährliche Verjüngungsvorgang der Pflanzen ist hochwillkommen und muss gefördert werden. Allerdings schießen diese Triebe zuweilen sehr hoch auf. Nicht selten werden sie so lang, dass der Blütenbesatz im kommenden Jahr sie zu Boden zieht, denn die meisten Zentifolien, Gallica-Rosen, Damaszener-Rosen oder Alba-Rosen bilden nicht allzu tragfähiges Astwerk aus. So gerät der Strauch aus der Form und kann auseinanderfallen. 

Hier bieten sich drei Vorgehensweisen an: Sie können den Trieben ihre volle Länge belassen und sie abstützen oder Sie binden sie auf. Die Pflanze braucht dann freilich auch den Platz, um sich ausbreiten zu können, und wird dann prinzipiell als einmalblühende Kletterrose eingesetzt. 

Die mittlere Variante ist, die neuen Triebe so zurückzuschneiden, dass sie etwa zehn Zentimeter über der Strauchhöhe stehen. Sie neigen sich dann im folgenden Jahr ebenfalls unter den Blüten, bilden dann aber eher ausladende, durchaus attraktive Büsche, ohne die ganze Pflanzenoptik zu ruinieren. Auch derart behandelte Pflanzen brauchen ihren Raum – als Solitär zwischen Stauden etwa wirken sie magisch schön.

Eine dritte Möglichkeit ist, die Peitschentriebe bis auf ein Drittel ihrer Länge zu kappen. Geschieht das früh genug, bilden sich weitere reiche Verzweigungen noch im gleichen Jahr, doch es gehört etwas Erfahrung mit den einzelnen Sorten dazu, abschätzen zu können, wie genau sie reagieren. Aber auch ein späteres Kappen etwa im August ist sinnvoll, wenn es darum geht, die Pflanzen in Form zu halten. Sie bleiben kompakt und blühen im kommenden Jahr auf der Höhe, die ihnen zugewiesen wurde. Bei Rosenhecken oder dort, wo die Büsche nicht allzu hoch werden sollen, ist das die angebrachte Schnittmethode im Sommer.